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    ESF Baden-Württemberg

 
Die Aufbaugilde ist Mitglied
im Diakonischen Werk Württemberg

 

Slowfood für Wohnungslose

Ungewöhnlicher Kochkurs bei der Heilbronner Aufbaugilde – Training soll bei Wiedereingliederung helfen

Heilbronn  Ein Kochprojekt der besonderen Art läuft gerade bei der Aufbaugilde: Slowfood statt Fastfood - für Wohnungslose.

Das große Sozialunternehmen mit Sitz in Heilbronn will auch Menschen mit geringem Einkommen und fehlenden Koch- und Nahrungsmittelkenntnissen dabei helfen, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Diese Ziele hat sich die weltweite Slowfood-Bewegung gesetzt.
„Wir trainieren das in kleinen Gruppen von zwei, höchstens drei Teilnehmern“, sagt Elvira Kern, die Hauswirtschaftsmeisterin der Wohnungslosenhilfe. Seit sieben Jahren arbeitet sie in diesem Bereich der Aufbaugilde. „Wir legen natürlich viel Wert auf regionale und saisonale Produkte“, erklärt  die 55-Jährige. In der Praxis heißt das: Fleisch wird bei einem Heilbronner Metzger eingekauft, Gemüse und Salate oft in der Gärtnerei des Klinikums am Weissenhof. „Wir kochen zwei bis drei Mal in der Woche für Bewohner, Gäste und Mitarbeiter, so dass oft mehr als ein Dutzend Menschen am Mittagstisch sitzen.“

Die Teilnehmer stehen nicht nur am Herd. Zu dem Kochtraining gehört  das Einkaufen, Warenkunde und alles rund um das Thema Kochen und Ernährung.

Wer von den Wohnungslosen mitmacht, wohnt nicht ohne Grund im Eingliederungsheim der Aufbaugilde in der Heilbronner Franz-Renner-Straße. „Ein wesentlicher Grund sind soziale Schwierigkeiten“, sagt Heiko Grimmeis. Der 47-Jährige arbeitet seit 20 Jahren bei der Aufbaugilde und ist Leiter der betreuten Wohnformen der Wohnungslosenhilfe. Er sieht das Projekt als eine der Maßnahmen für die Wiedereingliederung der Betroffenen in die Gesellschaft. „Im Kochtraining lernen sie, Aufgaben gemeinsam zu erledigen, wie man Hand in Hand arbeitet und die gegenseitige Rücksichtnahme. Das stärkt ihre sozialen Kompetenzen und – auch das ist wichtig -  ihr Selbstbewusstsein.“

Das Projekt läuft ein Jahr und wird durch eine Spende von „Aktion Mensch“ (siehe Stichwort) finanziert. „Deshalb sind wir in der Lage, hochwertiges Essen mit regionalen und saisonalen Produkten anzubieten“, sagt Grimmeis. „Es ist eine Freude zu sehen, wie jeder Einzelne in der Runde akzeptiert wird, wie jeder im Projekt sich mehr und mehr öffnet.“   Es herrsche ein familiäre Atmosphäre, die allen guttue.

„Für mich ist der Kochkurs ein guter Anreiz, selbst zu kochen und auch mehr darauf zu achten, was ich jeden Tag esse“, sagt Ulli Lützow (57), einer der Teilnehmer.  „Das miteinander Kochen und Essen macht mir sehr viel Spaß. Ich bin froh über das Angebot.“

 

Stichwort
Aktion Mensch

Mehr als vier Millionen Menschen spielen regelmäßig bei der Soziallotterie „Aktion Mensch“ mit, die vor mehr als 50 Jahren gegründet wurde. Ausgeschüttet werden zahlreiche Geldgewinne, mit jedem Los werden gleichzeitig soziale Projekte wie der ungewöhnliche Kochkurs bei der Aufbaugilde unterstützt. Partner der „Aktion Mensch“ sind Organisationen der Freien Wohlfahrtspflegen und das Zweite Deutsche Fernsehen.