"Erfrierungsschutz" im Lauerweg
Ein weiteres großes Problem stellen im Winter die Menschen dar, die aufgrund des jahrelangen auf der Straße Lebens in ihrem Sozialverhalten und ihrem seelischen Zustand so stark eingeschränkt sind, dass sie nicht mehr in der Lage sind, in klassische Obdachlosenheime mit der Nähe zu vielen anderen Personen zu gehen. Oft spielt dabei auch eine Rolle, dass viele Obdachlose als einzigen Vertrauten und Freund Hunde haben, die in die klassischen Unterbringungsstätten nicht mitgenommen werden dürfen. Bevor sie sich von ihren Tieren trennen, riskieren sie eher den Erfrierungstod.
Ca. 20-30 Personen leben in Heilbronn auch im eiskalten Winter unter Brücken, Gebüschen und auf Parkbänken.
Öffnungszeiten:
Nur bei Minusgraden ab 19 Uhr
Dieses Angebot wird von ca. 10 Menschen bei lebensbedrohlicher Eiseskälte genutzt.
Tagesstätte "Gildetreff"
Täglich nutzen über 90 Menschen dieses Angebot der Aufbaugilde
Ursprünglich begann das Projekt für wohnungslose und arme Menschen im Dezember 1993 mit der Aktion "Suppenküche am Europaplatz in der Killianskirche". Von da an gab es jeden Donnerstag im Foyer der Kirche einen Teller Suppe für 1,50 DM, dazu Informationen zur Realität von Wohnungs- und Arbeitslosigkeit und über die Not von wohnungslosen und armen Menschen.
Der Bedarf war so groß, dass die Aufbaugilde bereits 1994 damit begann, geeignete Räumlichkeiten für die Einrichtung einer Tagesstätte zu suchen.
Erst sechs Jahre später, im Februar 2000, konnte mit dem "Gildetreff" ein festes Domizil bezogen werden. Die Tagesstätte ist Anlauf- und Informationsquelle. Die wohnungslosen Menschen haben hier die Möglichkeit eines Tagesaufenthaltes im Trocknen und Warmen ohne Verpflichtung zum Konsum.
Adresse:
Wolfganggasse 5
74072 Heilbronn
Telefon: 0 71 31 / 91 94 22
E-Mail: gildetreff@aufbaugilde.de
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Samstag von 7.00 Uhr bis 13.30 Uhr
"Szenetreff"
Immer mehr Menschen hier in Deutschland sind von Wohnungslosigkeit und von Arbeitslosigkeit betroffen. Immer mehr allein lebende Menschen müssen mit wenig Geld ihren Lebensunterhalt bestreiten. Auch der Teil der Armutsbevölkerung, der sich regelmäßig auf öffentlichen Plätzen trifft, nimmt stetig zu.
Die Situation dieser Menschen ist geprägt von Armut, Suchtproblemen, Langzeitarbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit und anderen sozialen Problemen. Mangels privatem Wohnraum und fehlenden sozialen Beziehungen treffen sie sich auf öffentlichen Plätzen, wo sie Wind und Wetter ausgesetzt sind.
Ergänzend zum Angebot des Gildetreffs wurde darum im Dezember 2005 für diejenigen, die gar nicht "trocken" über den Tag kommen und die das Angebot der Tagesstätte somit nicht annehmen können, der sogenannte "Szenetreff" eingerichtet. Mit diesem Hilfeangebot für die meist alkoholkranken Menschen lösen sich soziale Brennpunkte auf öffentlichen Plätzen durch eine faire Alternative auf. Mit der Einrichtung dieses alternativen Treffpunktes im Bereich des Europaplatzes wird den Betroffenen eine Möglichkeit geboten, sich ungestört aufzuhalten. Somit könne wir auch diesen Menschen, für die das Angebot der Tagesstätte nicht infrage kommt, ein Stück Heimat, Angenommen-sein und Wärme bieten.
Ausgestattet ist der Platz mit zwei Containern, einer mobilen Toilette sowie einem überdachten Unterstand, der zusätzlich Wetterschutz bietet. Ein für die Besucher kostenloses warmes Mittagessen wird von den ehrenamtlichen HelferInnen der Aufbaugilde ausgegeben.
Suppenküche am Europaplatz, Telefon: 0 71 31 / 91 94 22
Öffnungszeiten: täglich 13 - 16 Uhr,
samstags und sonntags in den Räumlichkeiten der Tagesstätte mit den dort geltenden Regeln.
Im Gespräch...
"So komm ich mir nicht so überflüssig vor".
Herr B., 59 Jahre, auf die Frage, was ihm die Angebote der Aufbaugilde bedeuten:
Die Tagesstätte ist richtig wichtig!
Zum Einen ist es gut, dass es eine solche Institution gibt. Als Hartz-IV-Empfänger gibt es hier die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen zu treffen und auszutauschen. Gut finde ich die Möglichkeit, Bedürfnisse wie Frühstück, günstigen Mittagstisch, das Waschen von Kleidern und die Pflege des eigenen Körpers erfüllt zu bekommen. Für mich persönlich ist es auch wichtig, dass ich mich ein wenig in den Tagesablauf mit einbinden kann.
So komme ich mir dann doch nicht so überflüssig vor und vor allem, wenn ich Anerkennung für die Tätigkeit im Kreativ Studio bekomme!
"Ich hatte früher eine bessere Meinung von Obdachlosen...."
Stefan Neubig, absolvierte seinen Zivildienst in der Fachberatungsstelle für Wohnungslose in der Südstraße.
Auf diese Stelle bewarb er sich nach ausführlichen Recherchen über die Homepage des Diakonischen Werk Württembergs und dem Gespräch mit einem früheren Zivi.
Wie er denn seine Tätigkeit erlebe und ob sich etwas an seiner Meinung zu Obdachlosen geändert habe, möchte ich wissen...
Seine Antwort erschreckt mich im ersten Moment und ich verstehe sie nicht gleich.
Er erklärt: "Früher dachte ich, hinter der Obdachlosigkeit vieler Menschen und Ihrer Entscheidung, auf der Straße zu leben stecke generell eine Philosophie. Heute, in der täglichen Arbeit mit ihnen, erlebe ich ausschließlich die Schattenseiten dieses Daseins. Ich war erstaunt darüber, wie schwach diese Menschen sind und dass sie gar keine andere Chance haben als auf der Straße zu leben. Es sei denn, ihnen wird geholfen!"
Den "lästigen Zivildienst" sieht er inzwischen mit etwas anderen Augen. "Normalerweise gibt es in einem Leben wie meinem keine Berührungspunkte mit Obdachlosigkeit und der Not dieser Menschen. Allein die Erfahrung, die ich bis jetzt gemacht habe, möchte ich nicht mehr missen für mein weiteres Leben".
JEDE SPENDE GIBT WÄRME! SIE KÖNNEN HELFEN!
Ehrenamtliche Mitarbeit:
- Suppenausgabe montags bis freitags von 13 Uhr bis 16 Uhr.
- Nachdienst / Aufsicht während der eiskalten Nächte.
Sie wollen sich informieren? Gerne stehen Ihnen unsere (ehrenamtlichen) MitarbeiterInnen zur Verfügung!
Rufen einfach an
0 71 31 / 91 94 22
Sachspenden
- Warme Herrenunterwäsche, Mützen, Socken und Handschuhe, Schlafsäcke, Isomatten, Daunenanoraks
- Tierfutterspenden
- Dusch-, Bade-, Pflegeprodukte, Waschmittel, Erste- Hilfe. Artikel, Verbandsmaterial
Geldspenden
für die dringend notwendige Abdeckung der laufenden monatlichen Kosten in Höhe von 1200 Euro.
SPENDEN-KONTEN
Kreissparkasse Heilbronn
Kontonummer: 26 27 3
Bankleitzahl: 620 500 00
Volksbank Heilbronn
Kontonummer: 185 420 001
620 901 00
WENN SIE EINRICHTUNGSBEZOGEN SPENDEN MÖCHTEN, GEBEN SIE BITTE IM VERWENDUNGSZWECK DIE EINRICHTUNG AN (ZUM BEISPIEL GILDETREFF ODER ERFRIERUNGSSCHUTZ)




